Auf zum Bundeslager!

Nachdem unser Urlaub ja doch etwas, nun ja, ungünstig begann, haben wir die knapp 3 Wochen sehr genossen! Die erste Woche war wirklich sehr nass, mächtig viel Wind und Gewitter, bei denen wir uns fragten, woher sie die ganze Energie nahmen, bestimmt nicht aus heißen Luftmassen 😉

Baden waren wir trotzdem fast jeden Tag, bei Regen geht frau halt mit Regenjacke über dem Bikini zurück zum Wohnwagen…Es waren wieder viele Bekannte aus den vergangenen Jahren auf dem Platz, gut besonders für die Kinder, und für unsere abendlichen Spielrunden. Die „Spielsüchtigen“ von gegenüber haben uns gründlich mit dem „Siedler von Catan“-Virus angesteckt, da bleibt man schon mal bis 1 Uhr auf… Wir haben nur leider feststellen müssen, dass es das Spiel so gar nicht mehr gibt, sondern nur noch in einer Neufassung als „Fürsten von Catan“. Aber ich habe schon geschaut, bei ebay gibt es die alte Version noch, auch mit den Ergänzungen.

Nach 2 Wochen Campingplatz sind wir dann kurz weiter gezogen, nämlich zu den Schwiegereltern. Da war das Wetter dann schon deutlich besser, die Krönung des Urlaubs war dann mal wieder der obligatorische Inseltag. Wunderschöne Wellen, nur Sonne, spätes Hochwasser, viele Schätze am Strand und einfach mal warm! Am letzten Tag vor der Heimfahrt hatten wir sogar 25°C Wassertemperatur!

Wieder zu Hause begann der Wäschemarathon – seit Mittwoch lief nämlich das BuLa, zu dem der Große ja auch noch wollte. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir erst so spät zurück gekommen sind, weil er dadurch das gigantische Gewitter „verpasst“ hat, welches in der Nacht von Freitag zu Samstag auf alle Anwesenden niederging! Einige Pfadis mussten umquartiert werden, weil Zelte umgeweht worden waren bzw. manche so durchnässt waren, dass sie trockene Unterkünfte, Wechselsachen und warme Getränke brauchten. Aber zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Am Samstag war dann Besuchertag, eine gute Gelegenheit, das Kind ins Geschehen einzuschmuggeln…Mit gepacktem Rucksack haben wir ihn am Eingang abgeliefert, den Namen des Unterlagers wussten wir, denn sonst wäre es schwierig geworden, das entsprechende Zelt zu finden, es waren ja nur 1628 Pfadfinder angereist!

Mal eben auf Kreuzfahrt *gg*

Ostersamstag sind wir gen Norden gefahren, um die Schwiegereltern zu besuchen. Süßigkeiten, bunte Eier und österlich dekorierte Muffins im Gepäck, da der dortige Haushalt nicht so auf Brauchtumspflege ausgerichtet ist…Wir übertreiben solche Dinge ja auch nicht, aber ich finde es gerade für die Kinder schade, wenn Feiertage allzu nüchtern begangen werden müssen.

Dienstagvormittag sind wir dann nach Lingen im Emsland weiter gefahren, hatten da in der JH noch 2 Nächte reserviert, damit sich die lange Fahrt auch lohnt.

Am Mittwoch sind wir gleich nach dem Frühstück wieder losgefahren, und zwar nach Papenburg. War zwar wieder die entgegen gesetzte Richtung, aber wir hatten Karten für eine Werftbesichtigung vorbestellt. Die neue „AIDAmar“ lag nämlich gerade noch im Werfthafen, war ein paar Tage vorher aus dem Baudock ausgeschifft worden und wartete nun auf die für Donnerstagabend geplante Emsüberführung.

Wir waren frühzeitig in Papenburg angekommen, so dass noch genug Luft für einen kleinen Stadtbummel incl. Mühlenbesichtigung war. 12.50 Uhr fuhr der Bus dann mit der ganzen Gruppe zur Meyer-Werft.

Im Besucherzentrum gab es diverse Filme und Exponate zu sehen, Fragen konnten gestellt und natürlich viele Fotos gemacht werden. In der Modellabteilung habe ich auch die Miniaturausgabe der „Oriana“ entdeckt, bei der Überführung dieses Schiffes im Jahr 1995 war ich live dabei, zusammen mit Hunderten Schaulustigen auf dem matschigen Deich in der Nähe von Weener…So lange ist mein erster Besuch in Ostfriesland schon her, hätte ich nicht gedacht! Aber im Vergleich zur neuen Aida war die Oriana damals noch klein…

Der Blick ins Baudock ist fast unwirklich, man fühlt sich wie Gulliver im Land der Lilliputaner. 18 Decks übereinander entstehen hier, an allen Ecken und Enden laufen Arbeiter herum, der eine schweißt mal da, der andere schraubt dort etwas fest, ich kann mir nicht vorstellen, dass die einzelnen Mitarbeiter immer ganz genau wissen, welches Rädchen im Getriebe sie gerade einbauen. Aber es scheint ja zu klappen, irgendjemand hat wohl den großen Überblick 😉

Am Ende der Führung gelangte man durch ein außenliegendes Treppenhaus zum Ausgang und hatte dabei einen tollen Blick auf das Schiff! Die letzten Vorbereitungen zur Überführung liefen noch, am Bug  wurde eine Lichterkette hochgezogen, da noch ein paar Kisten verladen, überall geschäftiges Treiben.

Nicht zu vergessen der obligatorische Gang durch den Werft-Shop, der geschickt vor dem Ausgang platziert ist…

Wir haben für uns ein Quartett mit Meyer-Schiffen und ein paar Karten mit tollen Luftaufnahmen gekauft, für Nils‘ Schulfreund, der später selber einmal Kapitän werden möchte, gab es noch ein Poster. Somit war auch das Geburtstags-Mitgebsel-Problem gelöst 🙂

Zu dem Zeitpunkt herrschte schönstes Bilderbuch-Küstenwetter, Sonnenschein, blauer Himmel und die typischen weißen Wolken, besser hätte es nicht sein können!

Es sollte aber wieder anders werden, für die letzten Bilder vor dem Einsteigen in den Bus, der uns wieder zurück nach Papenburg brachte, hat es aber noch gereicht.

Tja, wie ist nun das Fazit? Mal abgesehen von eventuell auftreten könnender Seekrankheit ist das in den nächsten 15 Jahren wohl keine Urlaubsalternative für uns. Da müsste sich unser Geschmack, was Ambiente, Ausstattung etc. angeht, schon gewaltig ändern. Das Ganze ist uns zu kitschig und übertrieben. Kann gut sein, dass Schiffe anderer Kategorien (QM 2) uns besser gefallen würden bzw. ist es da dann hoffentlich so luxuriös, dass man seine Mahlzeiten in der Suite einnehmen kann, ohne sich 3x pro Tag umziehen zu müssen. Und die Einrichtung sollte etwas dezenter sein. Ansonsten unterscheidet sich so eine „normale“ Außenkabine nicht sooo sehr von unserem bisherigen Urlaubsdomizil, im Wohnwagen sind die Platzverhältnisse ähnlich.

Auf jeden Fall hat sich dieser Ausflug gelohnt, die Jungs waren begeistert, wir wollten da schon immer mal hin, und der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können, okay, die Ausschiffung aus dem Baudock wäre noch etwas spektakulärer gewesen, aber draußen kommt so ein Riese auf jeden Fall besser zur Geltung als in der Halle. Am Donnerstagabend haben wir uns zu Hause dann alle zusammen die Emsüberführung der „AIDAmar“ im NDR-Livestream angesehen, das war ein prima Abschluss unserer Nord-Tour.